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Podcast: Mehr tote Radfahrer im Verkehr

Der Anteil der Radfahrer unter den Verkehrstoten ist in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent angestiegen. Dabei lassen sich viele Todesfälle laut einer neuen Studie verhindern, wenn die häufigsten Unfallgegner, die Autos, richtig ausgestattet wären.

05 Oktober 2015
Im Straßenverkehr sind Fahrradfahrer gegen fast alle anderen Verkehrsteilnehmer im Nachteil. Foto: CC BY-SA 3.0 | Hallgrimsson | Wikimedia Commons.

Im Straßenverkehr sind Fahrradfahrer gegen fast alle anderen Verkehrsteilnehmer im Nachteil. Foto: CC BY-SA 3.0 | Hallgrimsson | Wikimedia Commons.

Als Fahrradfahrer hat man es in der Aufofahrer-Nation Deutschland nicht leicht, denn die Städte sind „autozentriert“ geplant und in den letzten Jahren nur halbherzig für Radler optimiert worden.  Nun zeigt eine neue Studie, dass der Anteil der Radfahrer an den Verkehrstoten in Deutschland steigt. Die Zahl der Verkehrstoten ist in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen. Damit ist inzwischen mehr als jeder zehnte Verkehrstote ein Radfahrer. Wie kommt das?

Radverkehr wird vernachlässigt

Der Anteil des Radverkehrs steigt seit Jahren. Gerade in Deutschland werden auch E-Bikes immer beliebter, mit denen sich auch mehr Menschen mit dem Rad auf die Straßen trauen. Auch die Kommunen haben die Vorteile des Fahrrads angesichts verstopfter Straßen und strengeren Abgasgrenzwerten erkannt und fördern den Radverkehr. Doch die Infrastruktur kann noch nicht mithalten: Radwege sind meist zu schmal (wenn es überhaupt welche gibt) oder die Sicht ist eingeschränkt. Das befördert Unfälle, die auch tödlich enden können. Eine neue Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) bringt nun aber noch eine weitere Perspektive.

Weiche Windschutzscheiben bringen nichts

Moderne Autos sind darauf ausgerichtet, einem Fußgänger bei einer Kollision möglichst wenig Schaden zuzufügen. Das funktioniert durch eine „weiche“ Windschutzscheibe und eine so gestaltete Front, dass der Kopfaufschlag eines Menschen möglichst schwach ausfällt. Radfahrer jedoch sind größer als Fußgänger und haben daher eine deutlich größere Gefahr, sich bei einem Unfall schwer zu verletzen. Ein Außenairbag, der sowohl die Kante der Motorhaube als auch die A-Säulen umfasst, ist technisch kaum zu machen und wird auch nicht angeboten. Daher fordert der Unfallforscher der GDV, Siegfried Brockmann, einen auch für Radfahrer optimierten Notbremsassistenten. Bei geringerer Geschwindigkeit könne laut Brockmann in vielen Fällen Schlimmeres verhindert werden.

Über die GDV-Studie hat detektor.fm-Moderator Marcus Richter mit AutoMobil-Redakteur Javan Wenz gesprochen.

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