Das Verkehrsministerium unter Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat für die geplante Autobahn-Maut Einnahmen von knapp 700 Millionen Euro kalkuliert. Ein vom ADAC beauftragter Verkehrswissenschaftler kommt allerdings auf lediglich ein Drittel.

Die ohnehin umstrittenen Maut-Pläne von Verkehrsminister Dobrindt wurden von einem Verkehrsexperten finanziell auseinandergenommen. | Foto: Darren Meacher | CC BY-SA 3.0
Der Verkehrswissenschaftler Ralf Ratzenberger hat im Auftrag des ADAC eine Prognose zur geplanten Autobahn-Maut erstellt. Demnach bringt das umstrittene Projekt deutlich weniger Geld als vom Bundesverkehrsministerium kommuniziert.
Unterschiedlicher Ansatz bei Berechnung
Der gravierende Unterschied kommt durch eine leicht unterschiedliche Berechnung. Das BMVI geht davon aus, dass jährlich 16 Millionen ausländische Autos im Schnitt jeweils acht mal über die deutsche Grenze fahren. Nach dieser Berechnung kommen die 700 Millionen Euro zustande. Ratzenberger jedoch geht von einem anderen Szenario aus: Lediglich 6,7 Millionen ausländische Autos, die dafür 18,9 mal die deutsche Grenze passieren. Somit werden deutlich weniger Vignetten verkauft, es kommen nur Einnahmen von 262 Millionen Euro zustande. Wenn nun die Verwaltungs- und Erhebungskosten von 300 Millionen Euro berücksichtigt werden, ist die Maut sogar ein Minus-Geschäft.
Quelle: ADAC